Das Wahrzeichen Travemündes – das Hotel Maritim – trägt nicht nur Europas höchstes Leuchtfeuer ( 117 Meter ) sondern ist folgerichtig auch unübersehbarer Wegweiser in das 1802 offiziell zum „Seebad“ ernannte Travemünde.
Trotz der aufgezeigten Großereignisse im Segelsport wie der Travemünder Woche, vielen weiteren überregional besuchten Vereinswettfahrten und großen events der Traditionssegler, ist die Liegeplatzsituation für Sportboote nicht optimal.
Natürlich bekommt man im großräumigen Areal des „Passat“- Hafens von den Hafenmeistern immer einen Platz zugewiesen, doch auf der Stadtseite wird es schwieriger. Der Lübecker Yacht-Club kann mit seinen Brücken nicht expandieren, denn die ohnehin schmale Fahrrinne „gehört“ den riesigen Fähren und Containerfrachtern, die Travemünde zu Europas größtem Fährhafen machen.
Auf der Stadtseite empfehlen sich im hinteren Bereich des Hafens Böbs-Werft und Marina Baltica, die aber mit Stammliegern gut ausgelastet sind. Gute Möglichkeit hat der Chartersegler im Fischereihafen, wo auf der Innenseite des Halbrunds Plätze mit Strom/Wasser von der Kommune angeboten werden. Auf der Priwallseite ist die großzügige Anlage des „Rosenhofs“ eine gute Alternative. Um in die Travemünder Altstadt zu kommen,muss man zwar mit der Fähre übersetzen, doch im „Rosenhof“ liegt man sicher und komfortabel.
Travemünde selbst hat nach einigen Jahren der Stagnation deutlichen Rückenwind bekommen, und präsentiert sich aktuell frischer, und auch für junge Leute interessanter. Chartersegler sollten nicht versäumen die „Passat“ zu besuchen, die Stufen des renovierten alten Leuchtturms – das älteste Seezeichen Deutschlands – zu erklimmen, und mit einem Ausflugsboot den Hafen mit Skandinavienkai, sowie die nächste Umgebung mit dem Dassower See zu erkunden. Plant die Crew weiter traveaufwärts zu segeln … und das sollte sie, wird unmittelbar hinter dem Skandinavienkai die großräumige Pötenitzer Wiek gequert. Ein herrliches, tiefes Revier,das zu DDR-Zeiten aufgrund der unmittelbar am Ufer verlaufenden Grenze kaum frequentiert wurde. Das ist heute anders, einzig der Dassower See ist komplett zum Naturschutzgebiet erklärt worden, und für Segler tabu. Bis zum einstigen Fischerort Schlutup schlängelt sich die Trave durch eine reizvolle Landschaft.Einladende Ankerbuch- ten wie die Silk, und große sowie kleine Holzwiek bieten sichere Ankerplätze vor dichten Kieferwäldern. Ein ungewöhnliches Revier im unproblematischen Einklang mit einer recht stark befahrenen Schifffahrtsstrasse. Beidseitig findet der Chartersegler zahlreiche Vereine mit gepflegten Vereinsanlagen.
Das letzte Stück Kurs Lübecker Stadthafen – vorbei am idyllischen Gothmund, der Teerhofsinsel und den Containeranlagen des Nordlandkais – wird man nur bei günstigen Winden segeln können. Nach einer letzten Windung der Trave, hat die Crew die beeindruckende Silhouette der ehemaligen „Königin der Hanse“ vor sich. Fast alle sieben Türme Lübecks grüßen den Chartersegler, wenn er im Hansehafen seinen Platz, möglichst an der ruhigeren Seite, vor dem Komplex der Media-Docks sucht. Natürlich hat der Senat der Hansestadt die Bedeutung des Wassertourismus erkannt, einzig die angespannte Haushaltslage verhindert seit Jahren die Installation zweckmäßiger Sportbootbrücken. So entschädigt allein die Attraktivität der Stadt für unkomfortables Liegen an alten Kaimauern, ohne Strom,- Sanitär- und Wasserversorgung.
Nach nur wenigen Minuten ist der Besucher im Altstadt-Kern und wähnt sich im Angesicht von Schiffergesellschaft, Marienkirche, den alten, aber bewohnten Gängen, Schabbelhaus, Holstentor, Rathaus und natürlich dem Dom wie in einem lebendigen Museum. Der Innenstadtkern, der heute rund 210.000 Einwohner zählenden Stadt, bietet eine Vielzahl guter Adressen für die abwechselungsreiche Küche der Region,offeriert aber natürlich auch internationale Kost in allen Variationen. Versäumen Sie nicht die Hansestadt auf dem Wasserweg (Ausflugsboote starten unmittelbar im Hansehafen) zu erkunden, ermöglicht die interessante Tour doch ungewohnte Einblicke in die gesamte Stadtanlage. Besonders reizvoll ist eine Stadtführung in den Abendstunden, quer durch das Gängeviertel mit Einkehr in typischen Lübschen Gaststätten und sehr speziellen Informationen zur Geschichte der „Königin der Hanse.“ (Infos bei der Touristeninformation in der Beckergrube)