Die Ostsee steht ganz oben in der Gunst der Charterer. Mit fast 20 Prozent aller vermittelten Segel- und Motorjachten deutscher Vercharterer und Agenturen nimmt das Revier vom Stockholmer Schärengarten im Norden über die geschützten Inselreviere in Dänemark bis hin zu der Küste von Mecklenburg-Vorpommern im Süden eine Spitzenstellung ein. Kein Wunder, denn das Mare Balticum gilt in einer Welt voller politischer Unruhen als krisensicheres Segelrevier. Darüber hinaus ist es für viele Charterer schnell mit dem eigenen PKW zu erreichen.
Aber die Ostsee hat noch viel mehr zu bieten. Für viele Crews gehört sie mit ihren grünen Küsten und Inseln zu den landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Segelrevieren der Welt. Dazu kommen noch die einmalige Wassersport-Infrastruktur mit vielen Häfen und Marinas und die Windsicherheit. Ganz im Gegensatz zum sommerlichen Mittelmeer kann auf der Ostsee mit beständigen Winden gerechnet werden. Und da nehmen viele Chartersegler in Kauf, dass der Wind ab und zu einmal mit einem Regenschauer einher geht.
Auf der Ostsee gehört deshalb Ölzeug zum Segeltörn dazu. Westliche Winde, oft aus Südwesten, herrschen vor allen Dingen an der deutschen und dänischen Küste vor. Bei einer ausgeprägten Hochdrucklage, wie sie im Sommer nicht selten vorkommt, ist auch mit Ostwinden zu rechnen. Dabei weht der Wind aber fast immer moderat. Die Starkwind- oder Sturmhäufigkeit beträgt im Juni nur neun, im Juli acht und im August gerade einmal zehn Prozent.
Die Ostsee - Segeln nahezu immer möglich
Da sich Chartercrews jedoch in dem Meer vieler kleiner und großer Inseln und Buchten auch bei stärkeren Winden eine Leeküste aussuchen können, ist Segeln nahezu immer möglich. Ob wenig oder mehr Wind, das Mare Balticum ist in jedem Fall auch ein ideales Revier für Einsteiger. So bereitet beispielsweise ein Törn an der schleswig-holsteinischen Küste mit den Möglichkeiten interessanter Abstecher in die tiefen Buchten der Ostsee (Schlei, Flensburger Förde, Lübecker Bucht) navigatorisch kaum Schwierigkeiten und die Chartercrew befindet sich fast immer in der Leeküste.
Ein Besuch in die dänische Inselwelt ist nur einen halben Tagestörn entfernt. Navigatorisch etwas anspruchsvoller sind dagegen Charterreisen in den schwedischen Schären. Allerdings gibt es für diese Törns sehr gute Seekartensätze. Darüber hinaus nehmen moderne Navigationsgeräte, wie GPS und Echolot der Welt der Tausenden Inseln und Inselchen ihren Schrecken.
Auch Meilenfresser können in der Ostsee auf ihre Kosten kommen. Wer beispielsweise nonstop von Kiel zur dänischen Insel Bornholm segelt, hat durchaus einen Hochseetörn absolviert. Langstreckensegeln ist auch Kurs Nord zur schwedischen Westküste und nach Norwegen möglich.
Die beliebtesten Charterreisen in der Ostsee führen rund um eine Insel. Möglichkeiten dafür gibt es genug. Nicht ohne Grund nennen Dänen das Gewässer südlich von Fünen das "Inselmeer". Am häufigsten segeln Chartercrews jedoch rund um die dänischer Insel Fünen (siehe Seite ...). Das ist in wenigen Tagen zu schaffen, man kann sich aber genauso gut zwei Wochen Zeit lassen und immer noch etwas Neues entdecken.
Zwei Wochen Zeit sollte man auch für den Törn rund um Seeland, Dänemarks größte Ostseeinsel, einplanen. Dazu gehört ein Abstecher in die quirlige Metropole Kopenhagen. Besonders reizvoll ist eine Segelreise auf gechartertem Kiel durch die sogenannte dänische "Südsee" (siehe Seite ...). In dieser Inselwelt mit alten Hafenstädten, modernen Marinas und unzähligen Ankerplätzen verbringen viele Crews ihren gesamten Charterurlaub. (kb)
Deutschsprachige Seewetterberichte auf der Ostsee (Auswahl) NDR 4, MW 702 kHz und 972 kHz: 9.30 Uhr und 22.05 Uhr Deutschlandfunk, MW 1269 kHz, Langwelle 177 kHz, Kurzwelle6005 kHz : 01.05 Uhr, 06.40 Uhr, 11.05 Uhr, 21.05 Uhr