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Ionische Inseln

Ionische Inseln
Mallorca ist teuer und zu viel „Ballermann“, in den Kykladen weht es beständig mit mehr als fünf Beaufort, und die Ionischen Inseln sind ein ausgeprägtes Schwachwindrevier mit vielen englischen Flottillen.
Das sind zwar griffige Charakteristika, aber natürlich nur Halbwahrheiten. Die Crew des AKC-Charterbreviers segelte Anfang Juni eine 45-Fuß Yacht zwischen den Ionischen Inseln Lefkas, Ithaka und Kefallonia (Kephallinia), fand viele Aussagen bestätigt und wurde überrascht von neuen, unerwarteten Eindrücken.

Grundsätzlich sind die Inseln „hinter dem Wind“ als Schwachwindrevier einzuordnen, denn durch ihre Abdeckung nach Westen hin, präsentiert es sich oft wie ein großes Binnenmeer. Das berechtigt zur Einschätzung als Einsteiger- und Familiendestination, denn auch die terrestrische Navigation ist denkbar einfach, ist man doch vielfach überrascht wie dicht die einzelnen Inseln zusammen liegen.
Wer aber seinen Chartertörn nahezu ausschließlich unter Maschine bestreiten musste, hat die Heimat des Odysseus zum falschen Zeitpunkt als Törnziel ausgesucht. Denn Anfang Juni kam – und ging – der thermische Nordwestwind täglich zu fast identischen Uhrzeiten, so dass die Crew die Tagesabläufe danach einrichten konnte. Das hieß länger ausschlafen, ausgiebiges Baden am späten Vormittag, Mittags sich langsam auf den Weg machen, um anschließend bis in die frühen Abendstunden unter besten Bedingungen das Tagesziel anzusteuern.

Und landschaftlich reizvolle, geschichtlich interessante Ziele gibt es im Ionischen Meer reichlich. Die größten Charterflotten befinden sich auf Korfu und in Lefkas, wobei man von Lefkas aus zwei lange Tagestörns spart – der Rücktörn Korfu gegen den Wind – wenn ausschließlich im Inselreich „gebuchtelt“ werden soll. Wir starteten in Lefkas von der neuen, eindrucksvollen, mit allen notwendigen Einrichtungen versehenen Marina Lefkadas aus. Ein sehr angenehmer Startpunkt, da Lefkas über alle Versorgungseinrichtungen verfügt, und die Marina nach rund 20 Taximinuten vom Regionalflughafen erreichbar ist. Nach kurzer Kanalfahrt segelten wir mit Backstagsbrise an der Onassis-Insel Skorpio vorbei, ließen das stark frequentierte Nydri an Steuerbord liegen, passierten die mit Buchten gesegnete Insel Meganissi,um rechtzeitig zum Abendessen in Sivota, im Süden Lefkas festzumachen.

Wie in fast allen griechischen Häfen hat man die Wahl zwischen römisch/katholisch am Kai festmachen, oder freiem Ankern in der Bucht. Sicher liegt man in Sivota in beiden Fällen, und blickt von den Tavernen im Hafenrund nach leckerer Vorspeise und gegrilltem Schwertfisch auf „seine“ Yacht. Phiskardo an der Nordspitze von Kefallonia ist für den Chartersegler „Pflicht“, denn der Hafen darf sich zu den schönsten Zielen in den Ionischen Inseln zählen. Zwar lassen sich die Gastronomen den Aufenthalt im pittoresken Ambiente gut bezahlen, doch Phiskardo ist Griechenland pur. Man liegt entweder am Kai, oder vor Anker in der Bucht mit Landverbindung, um der Fähre ihre Einfahrt zu lassen.

Bei der Umrundung Ithakas galt es die Bucht mit dem schönsten Wasser – türkisfarben – zu suchen. Ein schweres Unterfangen, denn an der Ostseite findet jeder Suchende neue Superlative für die Farbe des Wassers, für das Grün an den Hängen. Erwähnt werden sollen die Anlaufpunkte Phrikes und Kioni.
Ein Törn in den Ionischen Inseln bietet in der Tat immer neues „Augenfutter.“ Anders als in den Kykladen, im Dodekanes oder z.B. in den Kornaten Kroatiens. Zwischen Lefkas und Zakynthos blickt die Crew auf ausgedehnte Pinien und Zypressenhaine, kleinere Anwesen verstecken sich im dichten Grün, nur selten registriert man größere, intensiv genutzte Anbauflächen.
Überrascht waren wir, dass trotz erheblicher Erdbebenschäden erforderliche Neubauten harmonisch integriert wurden, so dass nur in seltenen Fällen gravierende Bausünden zu sehen sind.
Vathi, Ithakas wichtigster Verkehrs- und Handelsplatz ist vom großen Touristenrun bisher verschont geblieben, so dass der Ort in angenehmer Weise griechischen Alltag vermittelt.

Wie gehabt, wie ankerten auf gut haltendem Schlick und Sand, es gibt aber auch ausreichend Platz an den Kais.
Alle Hafen- und Revierführer warnen vor der Düse zwischen Ithaka und Kefallonia, und in der Tat kann der Nordwest in der nur wenige Seemeilen breiten Meerenge sich kräftig entfalten, und man kreuzt gegen eine recht hohe Welle auf.
Gut vorbereitet machte der Ritt bis nach Polis/Westseite Ithaka viel Spaß, der Hafen lädt jedoch nicht zum längeren Verweilen ein.

Ganz anders Vasiliki im Südwesten Lefkas. Mit Wind gesegnet der Treffpunkt von Surfern aus aller Welt, die auch das Flair des Ortes entscheidend geprägt haben. Das gilt auch für Vathi auf Meganissi. Ein reizvoller Platz, der sich griechische Ursprünglichkeit bewahrt hat, und nicht mit Charteryachten überbelegt ist. Das liegt am Nordwest, der relativ unbedrängt in die Bucht wehen kann, und bis zum frühen Abend für Schwell an der Hafenfront sorgt. Besser ist es, den Nachmittag ausgesprochen ruhig in einer der vorgelagerten Buchten zu verbringen, und erst später am Abend sich einen Platz vor der Hafenfront zu suchen. Recht gute Tavernen mit vernünftigem Preis/Leistungsverhältnis.
Nicht auslassen sollte man die Inseln Kalamosund Atokos mit Traumbuchten,die sich in der Regel aber nur als Tagesankerplätze eignen. Einzig Port Kalamos bietet ausreichend Schutz gegen alle Wetterlagen.

In vielen Revierführern wird vom Besuch Nydris auf Lefkas regelrecht abgeraten. Zwar hat sich der Ort als Vergnügungszentrum englischer Pauschaltouristen bei Seglern nicht unbedingt einen guten Namen gemacht, doch er bietet eine vielfältige Gastronomie, gute Versorgungsmöglichkeiten preiswerter als Lefkas – und besten Ankergrund in der vorgelagerten Bucht. Das wissen natürlich auch die Flottillenskipper, dass man für einen Liegeplatz am allerdings lauten Kai, schon früh am Nachmittag einlaufen muss. Und wem es nicht gefällt, segelt „nur um die Ecke“ und hat wieder sein“ Plätzchen für die Nacht, mit eigener Badestelle für den Morgen gefunden.
Charteryachten von Korfu und/oder Lefkas sind bei vielen AKC-Mitgliedsfirmen zu buchen. Hier erhält der Interessent auch ausführlich Informationen über das Revier.

Wie kommt man hin?
Von einigen deutschen Flughäfen Direktverbindungen nach Lefkas. Sonst über Athen, weiter mit Olympic Airways,die Flugzeiten allerdings oft recht individuell interpretieren.

Wo bekomme ich was?
Den Haupteinkauf in größeren Orten erledigen (Lefkas, Nydri) Tagesbedarf – Brot, Obst, Gemüse – überall. Trinkwasser in der Regel gebührenpflichtig vom „Waterman“. Besser schon am Vorabend anmelden. Immer häufiger gibt es 220 Volt Landverbindungen Hafenführer „hinken“ mit dieser Info hinterher. Problem ist, dass die meisten Charterschiffe in Griechenland nicht mit Landanschlusskabeln ausgerüstet sind. Beim Charterstützpunkt nachfragen.

Wo gehen wir was essen?
Die griechische Küche offeriert keine kulinarischen Highlights, wobei die Gastronomie der Ionischen Inseln sich an einigen Orten im Angebot auf englische, aber auch italienische Klientel eingestellt hat. Fisch ist teurer als in Deutschland, Tagesangebot abfragen und Preis nach dem Auswiegen einholen.
Sehr appetitlich und preiswert sind griechische Eintopfgerichte. Ausgesprochen lecker sind die vielen Vorspeisen.Wie immer, die erste Reihe hat die besten Plätze, aber die höchsten Preise. Weiß- und Rotweine immer aus der Region trinken, sind gut und preiswert.

Worauf muss ich speziell achten?
Nicht ausschließlich den Hafenführern vertrauen,aufmerksam bleiben. Molen wurden verlängert, Steinaufschüttungen unter Wasser sind noch nicht eingetragen. Tiefenangaben variieren oft stark. Unabdingbar ist eine ständige Wetterbeobachtung. Gewitter sind selten, dann aber heftig. Warten Sie an unsicheren Liegeplätzen nicht ab, bis die Situation eskaliert. Vorsicht vor Fähren! Griechische Kapitäne gelten als gute Seefahrer, sie agieren aber oft rücksichtslos, beanspruchen Wasser und Hafenfläche für sich. Der „Größere“ hat Recht, Abstand halten und Vorsicht vor Schwell beim Ein- und Auslaufen! Abstand zur Kaimauer,Anker auf festen Halt überprüfen.

Mit welchen Zusatzkosten muss die Crew rechnen?
Dank Euro gute Preisvergleiche möglich. Lebenshaltungskosten ähnlich wie in Deutschland, Grundnahrungsmittel preiswerter, Drogerieartikel teurer. Hafengeld nur in der Marina Lefkadas und in Phiskardo zahlten wir für 45 Fuß Yacht 1,85! Euro. Wasser 300 Liter ca. 5 Euro. Trinkgelder 10 bis 15 % sind üblich.

Quelle: www.suncharter.de



 

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