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Packen für die Charterreise

Der Seesack für einen selbst

Ferien auf einer Yacht unterscheidet sich in vielen Dingen vom Hotelurlaub. Das beginnt schon beim Gepäck. Auf eine Yacht gehört kein Koffer und das hat gute Gründe. Erstens kann man einen großen Koffer schlechter verstauen als eine zusammenlegbare Reisetasche oder einen Seesack und zweitens kann ein Koffer bei Seegang unter Deck zu einem gefährlichen Geschoss werden. Auch wenn es um das Schuhwerk geht, gibt es Unterschiede. Für einen Segeltörn benötigt man ein paar Segel- oder Turnschuhe mit heller Sohle. Da die Schuhe nass werden können, sollte ein zweites Paar ins Chartergepäck. Dafür reicht ein paar Straßenschuhe völlig aus und Strümpfe liegen in der Regel ungebraucht herum. Um sich gefahrlos an Stränden, aber auch in öffentlichen Duschen (Achtung Fußpilze) bewegen zu können, gehören Badelatschen zur Pflichtausrüstung. Für den Törn in südlichen Breiten gibt es für die Oberbekleidung eine Faustformel. Wer 14 Tage segelt und keinmal etwas waschen will, sollte neben der täglich frischen Unterhose rund zehn T-Shirts, zwei bis drei langärmelige Hemden einen dünnen Pullover und zwei kurze Hosen sowie zwei lange Hosen mitnehmen. In den Seesack gehören dann noch zweimal Badebekleidung, ein Badehandtuch, zwei normale Handtücher und ein Bettbezug (wenn die Bordbettdecke zu warm werden). Bei der Jacke, die man auf der Reise zum Schiff an hat, sollte es sich um ein regendichtes Exemplar handeln. Am besten nimmt man eine dünne, atmungsaktive Segeljacke. Auch in Sachen Körperpflege gibt es auf einem Schiff andere Maßstäbe als in einem Hotel. Da man sich fast ausschließlich an der frischen Luft unter der südlichen Sonne aufhält, muss eine extra große Portion Sonnencreme mitgenommen werden. Empfindliche Menschen brauchen eine Kopfbedeckung. Erfahrene Segler decken sich auch mit Seewasser-Shampoo ein, was beim Haare waschen mit Seewasser viel besser schäumt als normales Haarwaschmittel. Nichts anfangen kann man übrigens mit einem Föhn oder anderen 220-Volt-Geräten. An Bord hat das Stromnetz in der Regel nur 12 Volt. Auch Handy-Aufladegeräte für die 220-Volt-Steckdose funktionieren nicht auf einer Yacht.

Etwas anders sieht der Inhalt des Seesackes aus, wenn es in nördliche Gewässer wie Ostsee oder IJsellmeer geht. Dann muss man vor allen Dingen daran denken, dass der nordische Sommer auch kalte Tage haben kann. Faserpelz, dicke Strümpfe und Pullover gehören dann genauso zum Chartergepäck wie Gummistiefel und gutes Ölzeug.

Charterkiste für sorgenfreies Segeln

Charteryachten sind in der Regel nur mit der nötigsten Zusatzausrüstung bestückt. Es empfiehlt sich deshalb, für alle Fälle ein paar "Ersatzteile" mitzunehmen und auch sogenanntes Universalwerkzeug. So erfüllen ein solides Taschenmesser und ein "Leatherman" (Werkzeugkombination in einer kleinen Tasche am Gürtel zu tragen) immer gute Dienste an Bord. In die Charterkiste gehören auch drei bis vier Ersatzschäkel unterschiedlicher Größe, eine etwa 20 Meter lange reissfeste Leine (Wäscheleinenstärke) und ein sogenannter Snatchblock mit Schnappschäkel mittlerer Größe. Wer ein Hand-GPS-Gerät besitzt, sollte es zur Sicherheit einpacken. Zwar sind Charteryachten in der Regel mit der notwendigen elektronischen Navigationsausrüstung bestückt, Schwachpunkte sind jedoch häufig die Gebrauchsanweisung, die es fast immer nur in englisch oder französisch gibt. Wer nur auf wenige Jahre Schulenglisch zurückgreifen kann, sollte deshalb ein englisch-deutsches Wörterbuch im Gepäck haben. Auch ein kleiner mitgebrachter Weltempfänger mit dem der Seewetterbericht in deutscher Sprache (Deutsche Welle) auf Kurzwelle gehört werden kann, leistet vor allen Dingen im Mittelmeer sehr gute Dienste. Die Sender und Frequenzen sollte man bereits zu Hause notieren oder im Gerät speichern.

Für die Bordküche

Es gibt wohl kaum eine Charteryacht in deren Küche man genügend Geschirrhandtücher findet. Jedes Crew-Mitglied sollte deshalb eins mitbringen. In die Bordküchenkiste gehören auch Geschirrspülmittel, Wischtücher und eine Grundausstattung an Gewürzen, Speiseöl und Essig. Crews, die es nicht mitbringen, müssen in der Regel alles vor Ort kaufen und lassen dann fast immer die angebrochenen Packungen an Bord. Dort verschwinden sie dann allerdings meistens mit dem Endreinigungspersonal. Wer morgens ohne eine Tasse Filterkaffee nicht in Schwung kommt, muss sicherheitshalber Kaffee, Filter und Filtertüten mitbringen. Vor allen Dingen im Mittelmeer oder der Karibik findet man diese Utensilien auf kaum einem Schiff. Für das gesundheitliche Wohl der Crew empfiehlt es sich bei Chartertörns unter südlicher Sonne, Trinkwasserentkeimungsmittel einzupacken. In der Regel trinkt man zwar nicht das Wasser aus den Bordtanks, aber auch nur durch Zähne putzen hat sich schon so manch eine Crew "Magen- und Darmzwicken" geholt. Crews, die lieber ihre Segeltage auf dem Wasser als im Supermarkt verbringen, ist zu empfehlen, das Catering-Angebot vieler Vercharterer zu nutzen. So kommt man auf ein mit Lebensmittel und Getränken ausgerüstetes Schiff und kann schon gleich nach der Einweisung ablegen. (kb)


 

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